WEIDEN - Noch im Zeichen der glanzvollen 135-Jahr-Feier stand die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in der Gastwirtschaft „Zum Paul“. Angesichts dessen gerieten die Neuwahlen beinahe ins Hintertreffen, obwohl diese wegweisend für die Zukunft der Brandschützer sind: Mit der Wahl von Mathias Kraus zum Vorsitzenden ist der Generationswechsel in der Führung abgeschlossen.
Nach Ende des Wahlgangs stand eines der jüngsten Feuerwehr-Führungsteams in Weiden seit Jahren fest: Der 27-Jährige Mathias Kraus rückte vom Amt des 2. Kommandanten an die Spitze des Feuerwehrvereins; neuer Kommandantenstellvertreter ist Alexander Volk (23 Jahre). Weil mit 2. Vorsitzenden Dominik Schmitt, 1. Kommandant Michael Herold, Kassier Jürgen Hoch und Schriftführerin Tobias Beßler diejenigen Führungskräfte in ihren Ämtern bestätigt wurde, mit denen der Umbruch bereits eingeläutet worden war, liegt der Altersdurchschnitt des gesamten Vorstands nun bei unter 30 Jahren. Wieder gewählt wurden außerdem die Kassenprüfer Hans Knauer und Josef Krappweis.
Ansonsten zogen sich die Festtage im vergangenen Mai wie ein roter Faden durch den Abend, der sogar mit einem Dankgottesdienst in der Sankt-Andreas-Kirche begonnen hatte, zu Dank dafür, dass die Feierlichkeiten unfallfrei verlaufen waren.
Im Grunde standen auch die Neuwahlen mit der 135-Jahr-Feier in Zusammenhang, da der Wechsel an der Spitze angekündigt war: Kraus‘ Vorgänger Georg Will war vor fast exakt einem Jahr in die Bresche gesprungen, als der bisherige Amtsinhaber Paul Spörlein seine Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste, damit die Wehr nicht im Jubeljahr ohne Vorsitzenden da steht. Wills Bedingung lautete damals, sich bei den nächsten turnusgemäßen Neuwahlen zurückziehen zu dürfen. Ein Wunsch, den ihm die Kameraden während der Hauptversammlung gerne erfüllten. Von großem Applaus begleitet wurden die vielen Dankesworte, die die Leistung des „Interims-Vorsitzenden“ würdigten.
Die letzte Amtshandlung von Georg Will bestand im Rückblick auf das Feuerwehrfest. Dabei erwähnte er vor allem die unzähligen Arbeitsstunden und den Gemeinschaftscharakter. Schließlich habe das ganze Dorf bei Vorbereitung und Ausrichtung mitgeholfen, auch ehemalige Weidener waren im Einsatz. Lohn der Mühlen war ein Fest, das ausschließlich auf positive Resonanz stieß und sehr gut besucht war. Alleine beim Festzug marschierten 1500 Personen mit, betonte Will, der allen Beteiligten, Unterstützern und Helfern seinen Dank aussprach.
Dem stimmte auch Bürgermeister Udo Dauer zu, der das in Verbindung mit dem Stadtfeuerwehrtag veranstaltete Gründungsfest, als „eines der schönsten Fest“ unter seiner Schirrherrschaft bezeichnete. Vor allem freute er sich darüber, dass sich die Feierlichkeiten auch positiv auf das Ortsbild auswirkten, und dankte den Bürgern für Renovierungs- und Pflegearbeiten.
Kassier Jürgen Hoch erinnerte daran, dass die Wehr auf Erinnerungsgeschenke zum Fest verzichtet hatte und stattdessen 500 Euro an die Aktion „Hilfe für Helfer“ gespendet wurden.
Kommandant Michael Herold blickte auf Einsätze und Veranstaltungen im vergangenen Jahr zurück und lobte insbesondere den Übungsfleiß der jungen Kameraden. Nach dem Rückblick auf die vergangene Hauptversammlung durch Schriftführer Tobias Beßler sprach Kreisbrandmeister Matthias Müller eine Reihe von Themen und Terminen an: den bevorstehenden Dienstantritt des neuen Kreisbrandrates Timm Vogler aus Burkheim, die Bestellung von Stützpunktwehr-Kommandant Jochen Bauer zum Kreisbrandmeister und den Floriansgottesdienst, der in diesem Jahr am 5. Mai in Weismain gefeiert wird.
Jugendgruppe gründen
Außerdem regte Müller die Etablierung einer Jugendgruppe an, zumal die Neuaufnahmen (Nadine Krappweis und Tobias Reh) einen weiteren Beitrag zum Fortbestand der Wehr leisteten. Eine Empfehlung, über die sich die Verantwortlichen Gedanken machen werden - ganz im Gegensatz zu einer weiteren (und nicht ganz ernst gemeinten) Idee des Kreisbrandmeisters: Da sich für 2012 immer noch kein Ausrichter für den Stadtfeuerwehrtag gefunden habe, regte Matthias Müller abschließend an, diesen erneut in Weiden abzuhalten. Die Anwesenden lehnten dies mit Verweis auf das arbeitsreiche Jahr 2011 einstimmig dankend ab. -lut-

