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03.02.2012 | 19:30 Uhr

Gegen „Weismainer Kirchturmpolitik“

BRK-Kreisvorsitzender Dr. Jürgen Zürbig nimmt in der Bürgerversammlung zum Thema Rettungswache Stellung

BURGKUNSTADT - Zum ersten Mal nahm jetzt auch der BRK-Kreisverband Stellung zu Überlegungen, die Rettungswache in Burgkunstadt zugunsten eines Standortes in Zettlitz aufzugeben. Kreisvorsitzender Dr. Jürgen Zürbig ließ am vergangenen Donnerstag bei der Bürgerversammlung im Hotel „Drei Kronen“ in Burgkunstadt keinen Zweifel daran, dass er die die geplante Verschiebung der Notfallversorgung im Landkreis Lichtenfels für unsinnig halte. „Die Rettungswache muss in Burgkunstadt bleiben“, unterstrich er unter dem Beifall der zahlreichen Versammlungsteilnehmer.

Zuvor hatte Erster Bürgermeister Heinz Petterich die mögliche Verschiebung der Standorte der Notfallversorgung im Landkreis Lichtenfels kritisiert. Er verlangte erneut, die Dinge offen darzulegen. Die Verlagerung des Jura-Standortes des Rettungswagens von Fesselsdorf nach Weismain könne er nicht nachvollziehen. Vor Jahren habe das Institut für Notfallmedizin in München für den Jura-Standort des Rettungswagens plädiert, weil dort die vorgeschriebenen Rettungsfristen schwer einzuhalten waren, komme aber in einem neuerlichen Gutachten zu einer anderen Meinung.

Firmen und Institutionen sollten eine Petition zum Erhalt der Rettungswache in Burgkunstadt an den Kreistag richten, schlug Rudi Fetzer vor. Er bat die Kreisräte Günther Knorr und Dr. Jürgen Zürbig um eine Stellungnahme.

Länger unterwegs

„Die Verschiebung der Rettungswache Burgkunstadt an die Zettlitzer Kreuzung würde zu einer kompletten Umstrukturierung des Versorgungsbereiches führen. Dieser wird sich um erhebliche Gebiete im Landkreis Coburg und Kronach erweitern. Das führt dazu, dass der RTW (der Rettungswagen, Anmerkung der Redaktion) vermehrt andere Zielkrankenhäuser wie Coburg und Kronach anfahren wird. Folge ist eine längere Einsatzdauer des Fahrzeuges und dadurch bedingte Abwesenheit im oberen Landkreis“, erkllärte Dr. Zürbig.

Durch die Neueinteilung würde Burgkunstadt an den Rand des Versorgungsbereiches verschoben, in dem obendrein die meisten Notfallereignisse dokumentiert seien. Durch die Bevölkerungsdichte liege die Anzahl der Notfallereignisse mit Hilfsfristüberschreitung in der Stadt Burgkunstadt ohnehin am höchsten. Die Anzahl der Hilfsfristüberschreitungen in Burgkunstadt werde absolut zunehmen, wenn die Rettungswache verschoben werden sollte. „Dies ist nicht zu akzeptieren“, bekräftigte der Kreisvorsitzende.

„Die Versorgung der Stadtteile von Burgkunstadt im östlichen Bereich, in Gärtenroth, Kirchlein, Mainroth, Wildenroth, Reuth, Hainzendorf und Eben, wird nicht mehr ordnungsgemäß gewährleistet, da sich die Entfernungen zur nächstgelegenen Wache Zettlitzer Kreuzung oder Weismain vergrößern“, befürchtete Dr. Zürbig.

Es stehe der Ausbau der B 173 im Landkreis Lichtenfels an. Durch die Neutrassierung werde die Zettlitzer Kreuzung die Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt verlieren. Die verkehrsgünstige Lage von Zettlitz werde aber als ein Grund für die Verlegung im Gutachten benannt. „Es ist hier zu fragen, inwiefern die Neutrassierung der B 173, die dann bei Horb die B 289 schneidet, bei der Begutachtung berücksichtigt wurde“, sagte er.

Die Entscheidung über den Vollzug des neuen Gutachtens werde in der Versammlung des Rettungszweckverbands Coburg gefällt, in dem der Landkreis Lichtenfels neben dem Landrat zur Zeit mit zwei Kreisräten aus Weismain vertreten sei. „Diese sollten dem gesamten Kreis verantwortlich sein und nicht nur Weismainer Kirchturmpolitik betreiben“, wetterte der Rotkreuzmann. Da es sich um eine Kreisangelegenheit handele, sei das Thema im Kreistag zu behandeln und nicht in den Stadträten, da immer viele Gemeinden betroffen seien.

„Das BRK hat hier keine Entscheidungsmöglichkeit, da es nur im Auftrag des Rettungszweckverbands handeln kann“, bedauerte Dr. Zürbig. „Als BRK-Vorsitzender und Kreisrat habe ich allerdings eine Meinung zu diesem Thema: Wir schlagen vor, die 24-Stunden-Rettungswache in Burgkunstadt zu belassen und einen zwölf-Stunden-Stellplatz in Weismain und einen weiteren Stellplatz in Lettenreuth, Marktzeuln oder Redwitz zu errichten, der dann auch die südlichen Teile des Landkreises Kronach und die östlichen Teile des Landkreises Coburg mit abdeckt“, so der Kreisvorsitzende. „Die Haupteinsatzzeiten für Rettungsdienst und Krankentransport sind nämlich tagsüber, während es nachts kaum zu Doppeleinsätzen kommt. Diese könnten dann wie bisher von der Rettungswache Burgkunstadt abgedeckt werden“, machte er deutlich. -sz-




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