Angefangen hat es 1. April 1857. Der junge Lichtenfelser Lithograf Johann Schier gibt die erste Nummer des ,,Lichtenfelser Wochenblattes" als amtliches Lokalblatt der kgl. Gerichtsbezirke
Scheßlitz, Hollfeld, Seßlach, Burgebrach und Weismain heraus. Als Verleger und verantwortlicher Redakteur in einem trieb er nicht nur sein junges Unternehmen zielstrebig voran,
sondern diente als Bürgermeister der Stadt auch der Allgemeinheit.
Die am 1. Juli 1862 errichteten Bezirksämter Lichtenfels und Staffelstein, deren amtliches Organ das Lokalblatt wurde, veranlassten Schier, auch den Druck in den eigenen Betrieb in der
Hirtenstraße zu verlegen. Ab 1. Januar 1865 erschien die Zeitung unter dem neuen Titel ,,Lichtenfelser Tagblatt" und unter Sohn Georg, der später die Leitung übernahm, erfolgte
die Umstellung auf das heutige Format.
Am 1. Juli 1896 begann eine neue Ära: Karl Gottlob Meister aus Backnang übernahm das ,,Tagblatt" samt der Buch- und Steindruckerei. ,,Unser Standpunkt ist der, daß ein Blatt den
öffentlichen Interessen dienen und alle Parteien, die es ehrlich mit dem Volk meinen, zu Wort kommen lassen soll." Dieser Maxime blieb er Zeit seines Lebens treu. Als er sich einmal für
die jüdische Bevölkerung einsetzte, entzog ihm das Naziregime binnen 24 Stunden das Recht zur Herausgabe seiner Zeitung.
Offiziell übergab Karl Gottlob Meister deshalb am 31. Oktober 1934 seinem Enkel Kurt Roßbach die Leitung des Verlags, doch als dieser mit Kriegsbeginn zum Wehrdienst musste, war es der
,,alte Herr", der trotz nachlassender Kräfte das ,,Tagblatt" mit der Lokalredakteurin Reta Stettner an seiner Seite durch die von radikaler Pressezensur geprägten Kriegsjahre brachte,
unterstützt von der Landkreis-Bevölkerung, die gerade in diesen schweren Zeiten treu zu ihrer Heimatzeitung stand.
Kurz vor Kriegsende musste das ,,Lichtenfelser Tagblatt" am 10. April 1945 wortlos sein Erscheinen einstellen. Gottlob Meister erlebte diesen schwarzen Tag nicht mehr; er war am 24. Oktober 1943
verstorben.
Am 1. Oktober 1949 konnte das ,,Tagblatt" wieder erscheinen. Die Nachkriegsgeschichte unter der Leitung von Kurt Roßbach war geprägt vom allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung der
Bundesrepublik. Gemeinsam mit seiner Schwester Elfriede Müller baute er den Familienbetrieb nach modernen Gesichtspunkten aus.
Die Gebietsreform Anfang der 70er Jahre war der Anlass für die beiden Zeitungen ,,Lichtenfelser Tagblatt" und ,,Staffelsteiner Tagblatt", zum ,,Obermain-Tagblatt" zu verschmelzen. Ab 30.
August 1980 wurde die Zeitung nicht mehr im herkömmlichen Hochdruck (Blei), sondern erstmals im Offsetdruckverfahren hergestellt. Die Auslagerung des technischen Betriebs und der Redaktion
nach Seubelsdorf im Jahre 1990 hat Kurt Roßbach leider nicht mehr erlebt; er verstarb am 13. Mai 1988.
Seit 1995 führt seine Tochter Irmgard Wilkening als Geschäftsführerin Verlag und Druckerei.
2007 wurde das 150jährige Bestehen mit einem Festakt im Schützenhaus und einem Tag der offenen Tür gebührend gefeiert. Im selben Jahr investierte das moderne Druckhaus in die neue Digitaldruck-Technologie. Ob Zeitungswerbung, Drucksachen aller Art im Offset- und Digitaldruck oder Internet – das Obermain-Tagblatt ist in allen Bereichen ein kompetenter Werbepartner.
